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Künstlerheimat Ostbayern
von Alfons Hannes
Wenn man absieht vom Schaffen des klassischen Meisters der
"Donau-Schule" Albrecht Altdorfer und dem vielseitigen
Wirken des Literaten und Malers, Adalbert Stifter, der in der
Neuzeit aus Südböhmen in den Bayerischen Wald hinein
wirkte, und dem aus Nordböhmen stammenden Grafiker Alfred
Kubin, der enge Verbindung zum Bayerischen Wald hatte, begann
"Ostbayern" als Kunstlandschaft erst mit Beginn des
20.Jahrhunderts.
 Nach
Waldhäuser, mitten im Bayerischen Wald, im heutigen Nationalpark,
kam aus Sachsen der junge Maler Reinhold Koeppel, der
hier dem Wirken der Waldler nachspürte und die Landschaft
künstlerisch erfasste. In seinem Haus wurde 1946 die "Donau-Wald-Gruppe"
gegründet, in der sich siebzehn Künstler zusammenschlossen,
die bis 1990 das wichtigste Aushängeschild der ostbayerischen
Kunstlandschaft waren und die, ohne festes künstlerisches
Programm jeder in seiner Art arbeiteten und bei denen die Namen
auftauchten: Reinhold Koeppel, Hermann Erbe-Vogel, Walter
Mauder, Wilhelm Niedermayer, Heinz Theuerjahr, Georg Philipp
Wöhrlen und die derzeit noch lebenden Otto Sammer
sowie Wolf Hirtreiter, die mit gemeinsamer Organisation
nicht nur in Ostbayern, sondern weit darüber hinaus in vielen
Ländern Europas in eindrucksvollen Ausstellungen das Kunstgeschehen
in Ostbayern repräsentierten. Aus ihren Vorbildern ist eine
Vielzahl von künstlerischen Talenten erwachsen, die sich
in vielen regionalen Ausstellungen immer wieder in Ostbayern
präsentieren.
Als weitere wichtige Künstlergemeinschaft wurde 1966
von neun Künstlern der "Bayerwaldkreis" gegründet,
in dem unter anderem zusammenwirkten: Hermann Eller, Karl
Mader, Gerhard Michel, Hans Wölfl und Josef Fruth. Die
Gemeinschaft wurde 1996 aufgelöst. Heute konzentriert sich
das Kunstschaffen Ostbayerns auf eine größere Anzahl
von Künstlern, die über die Malerei und Bildhauerei
hinaus, vor allem im Bayerischen Wald besonders im Bereich der
Glasgestaltung sich hohe internationale Anerkennung schaffen
konnten. |