INHALT
Die Entwicklung der IUCN
Die Arbeit der IUCN
Die IUCN die Internationale Union zum Schutz der
Natur
von Uschi Diepolder und Michael Großmann
Die Entwicklung der IUCN
Eine regelrechte Begriffs-Inflation (weltweit gibt es mittlerweile
mehr als 250 Begriffe um Schutzgebiete zu umschreiben) und der
zunehmende Missbrauch von Schutzgebietsausweisungen und -bezeichnungen
für wirtschaftliche Interessen, machte die Gründung
einer weltweit operierenden, einflussreichen und autorisierten
Dachorganisation zum Schutz der Natur notwendig. So wurde 1948
die "International Union for Conservation of Nature and
Natural Ressources" (IUCN) gegründet.
Die Vereinigung machte sich die Förderung, Harmonisierung
und Koordination des Naturschutzes auf internationaler Ebene zur
Aufgabe. Eines der Hauptziele bestand von Anfang an darin, die
Errichtung und rechtliche Sicherung von Nationalparken und anderen
Schutzgebieten zu unterstützen und zu überwachen. Zur
effektiven Bewältigung der Fülle der sich stellenden
Aufgaben wurden innerhalb der IUCN sechs Kommissionen gegründet:
Umweltpolitik, Erziehung, Ökologie , Umweltplanung,
Artenschutz , sowie Nationalparke und Schutzgebiete .
Mittlerweile ist die IUCN eine weltweit erfolgreich arbeitende
Naturschutzorganisation mit mehr als 500 Mitgliedern (souveräne
Staaten und Naturschutzorganisationen) aus weit über 100
Ländern. Sie hat ihren Sitz in Genf und arbeitet eng mit
Organisationen der Vereinten Nationen (UN) zusammen. Die Bundesrepublik
Deutschland ist in der IUCN durch die Mitgliedschaft des Bundesministeriums
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit repräsentiert.
Weitere Mitglieder aus Deutschland sind beispielsweise der WWF-
Deutschland, der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland
oder der Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
Die Arbeit der IUCN
Im Rahmen ihrer 10. Vollversammlung 1969 in New Dehli hat die
IUCN erstmals Ziele und Aufgaben für Schutzgebiete definiert.
In den Jahren 1973, 1978 wurden von der Nationalparkkommission
der IUCN Vorschläge für ein vorläufiges
Kategorie- System für alle Schutzgebietstypen vorgelegt.
Es erfolgte ein stetiger Anpassungsprozess der Richtlinien im
Anhalt an den Stand der internationalen Diskussion, der selbstverständlich
geprägt war vom ständig wachsenden Erkenntnisstand über
die allgemeine Natur- und Umweltschutzproblematik und dem daraus
resultierenden Druck Schutzgebiete auszuweisen und deren Entwicklung
international zu steuern und zu überwachen.
Auf dem "IV. Weltkongress für Nationalparke und Schutzgebiete"
in Caracas, Venezuela, 1992, wurden weitere Vorschläge der
Nationalparkkommission der IUCN zur Konkretisierung und Verfeinerung
von Kategorien, Managementvorschläge usw. in den IUCN-Richtlinien
diskutiert. Auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse des Kongresses
erarbeiteten die Mitarbeiter/innen der Kommission eine neue Fassung
der Schutzgebietskategorien, die von der IUCN im Februar 1994
in Buenos Aires vorgestellt wurden.
In zweieinhalbjähriger Arbeit hat eine gemeinsame Expertengruppe
von EUROPARC und IUCN eine Interpretation und
Anwendung der Managementkategorien der IUCN für Europa
erarbeitet. Der Text entstand mit Unterstützung des World
Conservation Monitoring Center. Der unter Beteiligung von Fachleuten
aus 10 Ländern entstandene Entwurf ist von der IUCN offiziell
anerkannt und liegt in englischer Fassung vor (Guidelines für
Protected Area Management Categories, 1999).
Die frühere Nationalparkkommission der IUCN heißt heute
Schutzgebiets-Kommission (World Commission on Protected
Areas WCPA) und ist das einzige weltweit tätige wissenschaftliche
Gremium für die Auswahl, Errichtung, Betreuung und Beratung
von Nationalparken und anderen Schutzgebieten. Die Kommission
ist für den Teil des IUCN- Programms verantwortlich, der
die Errichtung eines weltweiten Netzes von effektiv verwalteten
terrestrischen und marinen Reservaten unterstützt.
Auf europäischer Ebene ist die Organisation EUROPARC Federation
(Grafenau) ein immer wesentlicherer Partner für WCPA
/ IUCN. Mehrere hundert Großschutzgebietsverwaltungen aus
36 europäischen Ländern bringen ihre Erfahrung in die
gemeinsame Arbeit ein.
Der Sitz der IUCN-Europa ist in Gland in der Schweiz, bzw. in
Cambridge in England. Informationen und Literatur lassen sich
über folgende Quellen erschließen:
IUCN Publications Services Unit
219c Huntingdon Road, Cambridge CB3 ODL, United Kingdom
Tel: +44 1223 277894
Fax: +44 1223 277175
e-mail: iucn-psu@wcmc.org.uk
homepage: http://www.iucn.org
zudem über:
EUROPARC FEDERATION
Postfach 1155
D-94475 Grafenau
Tel: 08552 96100
Fax: 08552 961019
e-mail: office@europarc.org.