Vita
Reinhold Koeppel
Reinhold Koeppel wird 1887 in Oschersleben (Harz) geboren. Seine Kindheit ist bereits
von Erlebnissen in der Natur geprägt, sein Vater (Buchhändler) duldet
Schulversäumnisse des Sohnes zugunsten von Waldwanderungen. Koeppels
lebenslanger Leitspruch entsteht: „Wild wächst, was wachsen will“.
1905/06 wird er in Dresden zum Buch- und Kunsthändler ausgebildet (Galerie Richter)
– der Wunsch, Maler zu werden, entsteht. Seine Freizeit widmet er wieder dem
Wandern und Klettern (Anhänger der Wandervogelbewegung).
1906 unternimmt Koeppel eine große Wanderung, die ihn auch in den Böhmerwald
und den Bayerischen Wald führt, auch nach Waldhäuser, wohin er 1907 erneut für
mehrere Wochen für einen Malaufenthalt zurückkehrt – wo „ich unter primitiven
Umständen, mitten unter Holzfällern, die 3 Wochen untergebracht bin“ (Brief
Koeppels).
1908 kauft er die alte Schulhütte, er richtet sich ein und findet in den nächsten Jahren
Anerkennung in der Bevölkerung. Er geht auch mal nach Böhmen zum Schmuggeln
mit und sorgt für einzelne Infrastruktureinrichtungen im Dorf.
1908 bis 1910 entstehen die ersten großen Bilder der Landschaft, der Berge, der
Wildnis, vor allem der Menschen des Inneren Bayerischen Waldes.
Koeppel unternimmt viele und große Reisen, er malt auch hier, zahlreich sind die
Mittelmeer-Motive.
Erste Ausstellungen (München, Mannheim, Passau, Dresden) und
Buchillustrationen.
1915 wird er Kriegsmaler, später Flieger, 1919 Rückkehr als Behinderter nach
Waldhäuser. Er wird „Der Maler des Waldes“, der erste Maler, dessen Hauptmotiv die
Landschaft des Bayerischen Waldes ist.
Er heiratet 1920 und Hanne Koeppel gestaltet das Koeppelhaus zu einer
Begegnungsstätte für Kulturschaffende um, das viele prominente Besucher empfängt –
es entsteht ein Kulturzentrum (Gästebuch: „Freunde, Gäste und andere Leut“, Verlag
19). Stammgäste waren u.a. Kubin, Vegesack, Erbe-Vogel, Watzlik, Linke, Unhold,
Theuerjahr, Niedermeier, Peinkofer, Wörlen . Hier wird 1946 die Donau-Wald-Gruppe
entstehen.
1930 erkrankt Koeppel schwer (Lähmungen), die Ärzte verordnen ein Malverbot, das er
selten durchbricht. Er stirbt am 18.12.1950.
Ein Großteil des Werkes geht an die Ostdeutsche Galerie in Regensburg und an die
Landkreisgalerie in Freyung.
Ein große Ausstellung organisiert der Nationalpark Bayerischer Wald 1986 im
Waldgeschichtlichen Museum in St.Oswald.