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 Memorandum
über die Zusammenarbeit der Nationalparkverwaltungen umava
(CZ) und Bayerischer Wald (BY)
In einem der am wenigsten von Menschen
beeinträchtigten Waldökosysteme Mitteleuropas wurden
zum Schutz dieses Naturerbes von gesamteuropäischer Bedeutung
die beiden Nationalparke Böhmerwald umava und Bayerischer
Wald beiderseits der deutsch-tschechischen Staatsgrenze errichtet.
Beide Nationalpark-Verwaltungen schließen
im Bewußtsein der ständig wachsenden
Bedeutung von grenzübergreifenden Schutzgebieten in einem
zusammenwachsenden Europa zum Erhalt der ökologischen Vielfalt
im tschechisch-bayerischen Grenzraum sowie als "Brücken
der Verständigung" zwischen den Menschen,
im Bewußtsein der unmittelbaren
Nachbarschaft und der Verbindungen beider Regionen historischer,
kultureller sowie naturräumlicher Art
im Bemühen um den Erhalt der Natur-
und Kulturwerte des "Grünen Daches Europas" mit
Hilfe des Nationalpark-Status
in Anerkennung dieser Bedeutung auch durch
aktive Mitgliedschaft und gemeinsame Zusammenarbeit im Rahmen
der EUROPARC Föderation als Dachorganisation europäischer
Großschutzgebiete
auf Basis der bisherigen langjährigen
Zusammenarbeit
hiermit das
Memorandum über die Zusammenarbeit
der Nationalparkverwaltungen umava und Bayerischer Wald
- Beide Parkverwaltungen halten
die Zusammenarbeit für eine notwendige
- und nachhaltige Voraussetzung für
die Verwirklichung der Nationalpark Zielsetzung.
- Dieses Memorandum schafft den Rahmen für
die konkrete Zusammenarbeit beider Parke. Schwerpunkte dieser
Zusammenarbeit sind:
- die Gründung eines gemeinsamen Gremiums
zur Abstimmung aller
- grenzübergreifenden parkgebietsbezogenen
Angelegenheiten incl.
- regelmäßiger Auswertung von
gemeinsamen Aktivitäten
- die fallweise Einladung jeweiliger Parkverwaltungs-Vertreter
als Sachverständige an Sitzungen des Nationalpark-Beirates
- die Koordinierung und Abstimmung gemeinsamer
Planungen
- die Schaffung gemeinsamer Arbeitsgruppen
für einzelne Bereiche
- der Kontakt des Park-Leitungsteams in
regelmäßigen Zeitabschnitten
- die Erstellung eines Programms "Personalaustausch"
(z.B. Studien und Praxisaufenthalte, Bildungsprogramme, Sprachkurse
u.ä.)
- die gemeinsame Abstimmung in Bezug auf
die EU-Förderprogramme (z.B. PHARE-INTERREG)
-
- Auf Grund des unterschiedlich langen Bestehens
beider Nationalparke konzentrieren beide Verwaltungen ihre Zusammenarbeit
auf folgende Tätigkeitsbereiche:
-
Naturschutz
- Verbesserung der Lebensbedingungen der
charakteristischen Tierarten (v.a. Luchs, Auerhuhn, Birkhuhn,
Fischotter) mittels gemeinsam koordinierter Managementmaßnahmen,
Projekte und anderer Aktivitäten incl. Regulierungsmaßnahmen,
Förderungsmaßnahmen, Monitoring sowie Informationsaustausch
und Veröffentlichung der Ergebnisse.
- Abstimmung von Management-Maßnahmen
für das Rotwild im Interesse der Erhaltung bzw. Verbesserung
der Bedingungen für die natürliche Waldverjüngung
nach Absprache bzw. aufgrund eines gemeinsamen Projektes.
- Schaffung von Dauerbeobachtungsflächen
im Wald, das beiden Seiten eine langfristige Möglichkeit
gewährleistet, die natürliche, ohne menschliche Eingriffe
ablaufende Waldentwicklung zu verfolgen, im Rahmen des gemeinsamen
Projektes gegenseitig die Ergebnisse auszutauschen und sie zugunsten
der Zielsetzung der Nationalparke
- weiter zu nutzen.
- Fortsetzung des Managements der Wälder
besonders an der gemeinsamen Grenze beider Nationalparke in gemeinsamer
Zusammenarbeit (Genpool-Fichtenbestände, Borkenkäfermanagement,
usw.)
-
Erholung, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit
- Die Öffnung der Nationalparke für
die Besucher dient insbesondere dem Erlebnis unberührter
Natur.
- Um dieses Ziel zu verwirklichen, werden
gemeinsame Vorhaben (z.B.
- Wanderwege-Systeme - soweit rechtlich
zulässig - Veranstaltungen
- zur Förderung der Zielsetzung von
Nationalparken, Nationalpark Informationszentren, mehrsprachige
Infos und Publikationen o.ä.) realisiert.
- Im Bereich der Umweltbildung und Waldpädagogik
wird die Zielgruppe Kinder und Jugendliche in den Parkregionen
in den Vordergrund gestellt (gegenseitiger Jugendaustausch, Partizipation
am Projekt Jugendcamp, gemeinsame Veranstaltungen für die
Schulklassen im Bereich von Grenzübergängen).
- Der Einbindung der Bevölkerung auf
beiden Seiten der Grenze wird höchste Aufmerksamkeit gewidmet.
Öffentliche Präsentation der gemeinsamen Projekte,
Veranstaltungen regionaler Bedeutung sowie
- eine gemeinsame Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
wird angestrebt.
Forschung, Monitoring
- Die Zusammenarbeit wird vorwiegend auf
gegenseitig abgestimmte Forschungs- und Monitoringprojekte in
folgenden Bereichen konzentriert:
- Natürliche Waldentwicklung
- Untersuchungen zu Schutz, Erhalt und Wiedereinbürgerung
von heimischen Tier- und Pflanzenarten
- Hydrologie (besonders Beziehung Waldökosysteme-
Wasserverhältnisse- Schutzstatus)
- Austausch von Daten als Grundlage für
gemeinsame Projekte
- Abhängig vom Ablauf und nach Auswertung
der Ergebnisse der gegenseitigen Zusammenarbeit kann dieses Memorandum
nach gemeinsamer
- Absprache um eventuelle neue Aspekte erweitert,
bzw. ergänzt oder geändert werden.
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Milos Kuzvart |
Josef Miller |
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Umweltminister |
Bayerischer Staatsminister |
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Tschechische Republik |
für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten |
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